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Alle an die Ruder! – Eustaff 2005

Etappe DE-B9 Puttgarden – Bad Oldesloe

 

Das Wetter war sonnig mit stürmischem Wind aus Westsüdwest – zu dumm, wenn man gerade mehr oder weniger in diese Richtung fährt.
Als wir am Ferryterminal auf die Fähre aus Rødby mit Torben Scheel warteten, türmten sich im Westen Dunkelblaue Wolken auf. Die Fähre kam termingerecht, nachdem wir noch etwas gegessen hatten und wir empfingen Torben mit seinem selbstgebauten Tieflieger. Er berichtete von stürmischem Gegenwind.  Die Übergabe der Botschaft war wie immer schnell und wir starteten in den Gegenwind. Auf dem Weg durch Fehmarn konnten wir uns häufig hinter Hecken vor dem Wind verstecken, der Regen ließ noch auf sich warten. Auf Fehmarn konnte ich noch fotografieren – aber wir waren erst ein paar Kilometer auf dem Festland als die Wolken sich entluden und uns mit Regen überschüttete. Zeitweise konnte ich durch die beschlagene, regenbedeckte Brille nur schemenhaft die Lichter der Autos und die Begrenzungspfähle erkennen. Von der Straße war nichts mehr zu sehen und sie hätte eher den Namen „Wasserstraße“ tragen können.

In Neustadt wurde es noch mal gefährlich, als ein fetter Mann in einem fetten Auto uns die Vorfahrt nahm und die bremsenden Räder auf dem nassen Kopfsteinpflaster keinen Grip hatten. Zum Glück blieb alles heil und es blieb bei einem kurzen, kräftigen Wortwechsel.
Während eines Ampelstops ging neben uns ein Fenster auf und jemand fragte mich:“ Bist Du nicht aus Elmshorn?“ Ich erkannte den ehemaligen Mitarbeiter unsere Radler – Stammkneipe, der nach Neustadt gezogen war.

Hinter Neustadt führte uns Hardy auf einen Radweg (!), was zur Trennung des Teams führte – nein, nicht weil wir uns darüber zerstritten – zuerst war der Hinterreifen von Tom Seeger platt, zwei Kilometer später meiner. Nachdem der neu eingelegte Ersatzschlauch durch einen Montagefehler aufgrund steif gefrorener Hände wieder die Luft ließ, entschieden wir uns zur Halbierung des Teams. Heike und Hardy sollten den Brief abliefern und Tom und ich machten die Backup – Fahrer. Danach hielt sich der Regen zurück, so dass die nasskalten Hände und Füße wieder anfingen zu leben. Die von Hardy ausgesuchte Strecke ist landschaftlich sehr schön und verdient es, noch einmal mit Genuss bereist zu werden.

Hardy hatte uns eine Wegbeschreibung mitgegeben, die aber einen Fehler enthielt – so dass wir uns verfranzten. Es gab aber eine Querverbindung durch die Wiesen, wie uns Hardy per Telefon  mitteilte. Auf halber Strecke kam er uns entgegen.

Auf dem Bahnhof wartete Heike und berichtete von der Übergabe an die Folgestaffel und dem Pressetermin. Im Fahrradabteil drehten wir erstmal die Heizung au um die Kälte aus den steif gefrorenen Knochen zu vertreiben. In Hamburg stand schon mein Zug nach Elmshorn bereit.

Die letzten zehn Kilometer von Elmshorn nach Siethwende waren kein Problem – Wind und Regen hatten sich gelegt, denn jetzt lohnte es sich nicht mehr Eustaff – Fahrer zu ärgern...

 

Teamfahrer und Tieflieger

 Heike Bunte  (Merlin)

Tom Seeger  (Toxy ZR)

Hardy Rasch  (Optima Baron)

Peter Spiegel  (Toxy ZR)
 

Bilder

 

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